Trauer ist geschenkte Zeit, umsorgt sein von anderen, die fühlend verstehen, wovon der andere spricht, wenn er schweigt, wenn er weint.

Es gibt Dinge, über die man kaum reden kann, weil sie einfach nicht zu verstehen sind.

Diese Bilder wollen davon erzählen.


Dorothea Stockmar - geneigt - 2010, Acryl, 100x70cm

 

Dorothea Stockmar - ohne Titel - 2009, Mischtechnik, 100x70cm

 

Dorothea Stockmar - eine Botschaft - 2011, Öl auf Leinwand, 60x80cm

 

TRAUER braucht ein Haus

Nicht um ein Loslassen geht es, wie Dorothea Stockmar in ihrer kunstvollen Auseinandersetzung mit der Trauer um ihren Sohn zeigt, sondern jemandem sein Los (zu) lassen. Ihr Los ist die Trauer, die zum Bestandteil ihres Lebens, ihrer Persönlichkeit, ihres Ichs geworden ist.

Ihre Werke sind wie eine Reise; eine Reise durch die tiefsten Tiefen des Lebens zum Licht, zu Lebendigkeit. Daraus resultiert ihre kreative künstlerische Auseinandersetzung. Nicht sie malt, es malt in ihr und aus ihr heraus.

"Trauer braucht ein Haus", sagt sie und dieses Haus ist das Bild. Der Prozess des Malens weist ihr den Weg aus der passiven schmerzhaften Trauer und führt sie zu einer liebevollen und lebendigen Erinnerung. Der tote Sohn ist anwesend in ihren Bildern, er hat nur das Zeitliche gesegnet.

"Wenn Trauer sich in Liebe verwandelt, werden Tränen zu Perlen", so sprechen die Bilder zu uns und weisen einen Weg zu einem neuen reichen Leben. Damit macht die Künstlerin Mut und regt an, sich kreativ mit der eigenen Trauer auseinanderzusetzen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Dorothea Stockmar hat ihren gefunden.

 

Ehrengarde von Hohenthal

Vorstandsvorsitzende

Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur Hannover und Niedersachsen (2013)