Gelebte Trauer ist geschenkte Zeit, umsorgt sein von anderen, die fühlend verstehen, wovon der andere spricht, wenn er schweigt, wenn er weint.

Nicht gelebte Trauer ist wie ein ungeöffneter Brief, verschlossen, verlegt, aus den Augen verloren.

Trauer braucht Gemeinschaft


 

unsere Trauer hat einen Rahmen,

gehalten von Freunden,

aufgerichtet in unseren Erinnerungen,

fühlbar durch unsere Tränen,

getragen von unserer Liebe

 

Trauer braucht Gemeinschaft, doch Trauer hat einen sehr engen Rahmen gesellschaftlicher Toleranz. Wer die Zeit lebendig durchleben möchte, läuft ständig Gefahr, aus dem Rahmen zu fallen. Ich bin dankbar für jeden, der mir nicht ausweicht, mir zuhört, wenn ich von meinem verstorbenen Sohn erzähle. Denn ich möchte, dass die Erinnerungen an ihn lebendig bleiben.

Cajus im Alter von 3 Jahren in Italien

Die Freunde


Cajus in seinem Kirschbaum

Sapling by Alex Werner


 

Ich habe nur wenig Zeit mit Cajus verbringen können, aber auch in der kurzen Zeit haben sich  Erinnerungen festgeschrieben: vom Abendspaziergang nahe Eurem Haus, vom Frisbyspielen im Schnee, vom Tennisball-über-die-Scheune-werfen.


Meine Gedanken über Cajus seitdem:


Er ist den Dingen nah. Er hat mich an eine Stelle aus einem Buch von Hugo Kuekelhaus erinnert. Ein Junge sagt dort: 'Ich bin glücklich. Ich bin glücklich, weil ich die Welt spüre'.


Thomas aus Mexiko


 

Es ist so schwer die Geliebten los zu lassen. Doch meist sind sie noch um uns und halten sich tröstend neben uns auf. In den Blättern die vom Baum wehen, der glitzernden Sonne, dem Wind der uns ums Gesicht weht oder im Lächeln eines Fremden im Vorbeigehen. Brief an die jüngere Schwester


Kann ich jetzt herunter?' fragte der Engel und diesmal sagte der größere: "Ja, jetzt darfst du hinunter, aber du kannst kein Engel bleiben, sondern musst ein Menschenkind werden, wenn du auf die Welt kommen willst! Gib mir deine Flügel, ich hebe sie dir auf, bis du wieder kommst." Barbara S.


ein Gedicht von Nina und ein gemaltes Bild von Kenny

Die Schule


The past week has been a very difficult and emotional one as we try come to terms with the death of a student and friend. To Cajus’ family and close friends the shock is deep and painful.

 

There is a memorial table in the foyer, which the students have contributed and which you might like to come in and visit. Please feel free to add your names to the condolence book.


(Newsletter ISHR, 2008)


 

"Als ich die Nachricht gehört habe, hab ich es zuerst nicht geglaubt. In dieser Nacht als ich es erfahren habe, dachte ich, dass ich am nächsten Morgen aufwachen werde und bemerke, dass alles nur ein Traum war und dass ich dich am Montag wieder sehen werde. Wir alle vermissen dich sehr!"

"Dear Cajus, This is the second time I’m trying to write you a letter. No words sound right. They feel empty. But that might be because that’s how I feel rights now. This whole situation just doesn’t seem real."

"Die Nachricht von Cajus’ Tod hat mich sehr traurig gemacht. Ich hatte ihn nun sieben Jahre unterrichtet, wir arbeiteten noch an seinen Aufnahmen fürs Abitur, letzen Donnerstag spielte er im Unterricht ein Präludium von Bach. Und nun das… Cajus war mir im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen. Ein stets fröhlicher, zuvorkommender Junge, durchaus mit eigenem Kopf und eigenem musikalischen Empfinden."

“Dear Cajus, two weeks have gone since you did not enter our class, and those were probably the most horrible weeks I’ve ever had in my life. No one who hasn’t experience the loss of a friend can understand our feelings right now.

Every morning when I get on the tram at Hauptbahnhof I expect to see you there. Every minute in school I expect you to walk through the door… but then you don’t… and it just doesn’t feel right, it doesn’t seem real.“ (Auszüge von Briefen aus: „Ein Netz, das trägt“ SANTIAGO Verlag, 2010)