In der Suche nach dem Verlorenen tauchte ich ein in alle erdenklichen Verarbeitungsprozesse: Formte nach, wonach ich im Leben nicht mehr greifen konnte. Ermalte mir ein Trauerhaus, in das ich unmöbliert einzog. Schlug aus einem Steinblock heraus, was mich in meiner Trauer schmerzte.


 

griechischer

Marmor

so kalt

und doch

so warm

 

wo fängst Du an?

wo hörst Du auf?

 

in meiner Trauer

ohne Anfang

ohne Ende

neu


 

Indem ich mich in die Tiefe des Steins, wie in die Tiefe meiner Trauer vorwagte, eröffnete sich mir ein neuer Weg. Es war zum Steinerweichen. Vollkommen unvermittelt trat Cajus’ Nase in Erscheinung, als ob er mich auf etwas hinstupsen wollte. Schlag auf Schlag folgte ich dieser Spur, in Geschriebenem und Gemaltem, als Spiegelbild seiner Seele.




Bruchstücke des Erkennens

in Worten aus Splittern


zuletzt nicht gesehen

nicht erfasst

nicht erfühlt

dein toter Leib

zu Asche verbrannt


in einer Urne Du

unfassbar

Dorothea Stockmar - Tal der finsteren Trauer, Ölfarbe, 60x70cm, 2009



 

 

begreifen


was nicht zu begreifen ist,

 

dass es Dich nicht mehr gibt


in der mir so vertrauten Hülle




Dorothea Stockmar - Ausschnitt aus: ohne festen Grund, Mischtechnik, 100x70cm, 2011


 

ich erschuf sie


neu


Deine Hülle


malte


was mir


wie ein Kleid


Deiner Seele erschien

Dorothea Stockmar - ohne Titel, Mischtechnik, 100x70cm, 2011 




 

unsere Sonne


unser Schmerz


in Liebe geborgen

 

 

Dorothea Stockmar - des Nimmerwiedersehens allerletze Hülle, Ölfarbe, 70x100cm, 2009




unter meinem Herzen


trug ich dich


trag ich dich


noch heute


so lange ich lebe


Dorothea Stockmar - In sternenklarer Nacht, Mischtechnik, 100x70cm, 2008



 

immer und nie wieder

in einem einzigen Satz, in einem einzigen Atemzug

nicht zu fassen